Kirchenkabarett Viva la Reformation

am 30.10.2017, ab 19:30 Uhr

Achtung, der Termin ist vom Samstag, den 28. Oktober 2017 auf Montag, den 30. Oktober um 19.30 Uhr verlegt.

Bereits erstandene Karten behalten ihre Gültigkeit oder können im Kirchengemeindebüro zurückerstattet werden.

Kirchenkabarettist Pfarrer Ingmar Maybach kommt am Montag, den 30. Oktober um 19.30 Uhr nach St. Remigius/Suderburg

Ingmar Maybach ist seit 1999 als politischer Kabarettist auf den Kleinkunstbühnen der Republik unterwegs und stand bereits mit Arnulf Rating, Urban Priol, Bodo Wartke und Kurt Krömer auf der Bühne. Durch den Kontakt zum Babenhäuser Pfarrerkabarett während des Vikariates erfolgte 2006 der Wechsel in das Genre des Kirchenkabaretts. Seitdem haben in über 600 Vorstellungen mehr als 80.000 begeisterte Zuschauer den ”Spaßmacher Gottes” (Tagesspiegel) erlebt.

Von 2007 bis 2011 war er Pfarrer in Ueberau, dem Roten Dorf im Odenwald. Als einziger Pfarrer in Deutschland stand er einem echten Kommunisten (DKP) als Ortsvorsteher gegenüber. Klar, dass ihn diese Jahre kabarettistisch geprägt haben – als „Don Camillo“ im Odenwald.

Der studierte Soziologe und Theologe arbeitet seelsorglich und liturgisch zu Unfallkreuzen am Straßenrand und ist Vorsitzender der Initiative helfendes Ritual e.V. (InheRit).

 www.pfarrer-maybach.de

Interview mit dem Kirchenkabarettisten Pfarrer Maybach in der Lausitzer Rundschau

Warum zeigen Sie Ihr Kabarett-Programm so oft in Kirchen?

Dort ist die beste Atmosphäre, aber manchmal bin ich auch in Merzweckhallen oder im Schlachthof in München.

Sie sind im ganzen Land unterwegs. Wie reagieren die Menschen in den vielen Städten auf Ihren satirischen Blick auf die Kirche? In Bayern bestimmt anders als in Brandenburg, oder?

Die Auftritte sind schon sehr unterschiedlich. Ich weiß morgens nie, was mich abends erwartet. Auch in Brandenburg ist alles dabei – vom ausverkauften, tosenden Gemeindesaal bis zu einem Publikum, das eher nach innen lacht.

Ist kirchliches Kabarett auch politisch?

Unbedingt! Denn das Evangelium von Jesus Christus ist politisch. Es geht um die Veränderung der Welt, um mehr Frieden und Gerechtigkeit.

Darf man sich über den Glauben der Menschen lustig machen?

Dazu sehe ich keine Veranlassung. Wir machen uns gemeinsam im Glauben lustig.

Machen Sie auch Witze über den Papst?

Nur am Rand, das überlasse ich den katholischen Kollegen. Von Außen ist lustig nur halb so komisch.

Was ist beim Kabarett eine Sünde?

Ein zu großes Wort – aber lustig sollte Kabarett immer sein, und das Publikum zwischen Schmunzeln und Prusten, zwischen amüsierten Grübeln und ausgelassenem Johlen halten.

Unser Land wird zurzeit von einer Pfarrerstochter regiert. Wäre Angela Merkel mit ihren Eigenschaften, die sie als Bunderkanzlerin auszeichnet, auch eine gute Pfarrerin?

Mit Angela Merkel hält der Protestantismus Einzug in die Weltpolitik, denn überall, wo sie auf der Welt hin kommt, verbreitet sie die Atmosphäre eines evangelischen Gemeindehaus-Nachmittags. Dieses Potential wäre doch in einer kleinen Landgemeinde vergeudet.

Was ist schwieriger zu schreiben, eine Predigt oder satirische Texte für ein Kabarett-Programm?

Der entscheidende Unterschied ist: Die Predigt halte ich einmal, die Kabarett-Nummern begleiten mich manchmal über Jahre und werden in Wortwahl, Betonung und feinsten Nuancen immer weiter entwickelt.

Fällt es Ihnen als Pfarrer oder als Kabarettist leichter, unbequeme Wahrheiten auszusprechen?

Ich empfinde Wahrheit in beiden Arbeitsfeldern nicht als unbequem. Sie auszusprechen ist mein Privileg und meine Aufgabe. Schwerer ist es, sie zu finden.

(Mit Ingmar Maybach sprach Thomas Seifert)

 

 

Ort St Remigius Kirche Suderburg
Veranstalter St. Remeigius Kirchengemeinde
Kategorie Feste
Zeit am 30.10.2017, ab 19:30 Uhr